Unterwegs mit dem Hausmeister

Dinge reparieren, Ersatzteile rausgeben, für Ordnung sorgen und stets ein Lächeln auf dem Gesicht – Lukas Garms ist die gute Seele der Alten Mu. Als Hausmeister kümmert er sich um die Gemeinschaftsflächen und hilft bei Problemen, kreative Lösungen zu finden.

Es ist Mittwochmorgen, 8 Uhr, und an der Alten Mu ist noch nicht viel los. Doch einer ist schon jetzt aktiv: Lukas Garms – der Hausmeister der Alten Mu. Mit einem Eimer und Greifzange ausgerüstet macht er sich auf seinen morgendlichen Rundgang auf dem Gelände. „Oftmals tauchen irgendwo Sachen auf. Ich behalte dann im Blick, ob sie benutzt werden oder sammle sie für die Hausmeisterei ein, damit sie später noch eine Verwendung finden“, so Lukas. Heute findet er einen Stapel Backsteine an der Straßenseite zum Lorentzendamm – mal sehen, wie lange sie dort liegen bleiben. Ansonsten gibt es aber auch hier und da etwas Müll. Zum Glück nicht so viel, das Müllaufkommen habe sich mit der Zeit gebessert, so Lukas. Gerne würde er den Zero Waste Gedanken an der Alten Mu noch stärker verbreitet sehen: „Es würde die Kreativität vorantreiben und Kosten sparen.“

Seit einem Jahr ist er nun als Hausmeister an der Alten Mu aktiv. Kennengelernt hat er das Kreativzentrum bei einem Treffen von Nara (Netzwerk für antirassistische Aktionen) im Jahr 2014. Der gelernte Tischler ist aber auch in der Werk Statt Konsum aktiv mit dabei und machte sich so zum perfekten Kandidaten für die Stelle als Hausmeister. „Ich kann ganz gut kreative Lösungen finden, Dinge umzufunktionieren. Auch das Entscheiden, wann es sinnvoll ist, etwas neu zu machen, ist eine meiner Stärken“, sagt Lukas.

Nach dem Rundgang und dem Müllsammeln, steht eine Reparatur im WC an. Mit Werkzeugkasten und Pömpel macht er sich auf den Weg zum Kopfbau. Der Flur ist schon ganz nass, unter dem Spülkasten steht ein Eimer – Lukas schaut sich das genauer an und stellt schnell fest: „Der Spülkasten ist aus der Haltung gerutscht und daher undicht“. Mit ein paar Handgriffen ruckelt er den Kasten wieder zurück, schraubt das Rohr wieder fest und prüft, ob alles dicht hält. Berührungsängste hat Lukas nicht, es komme nicht selten vor, dass auf den Toiletten etwas defekt ist.

Am Anfang seiner Tätigkeit als Hausmeister musste er sich viel selbst aneignen. Das Instandhalten eines Gebäudes ergibt so manche Herausforderung. Sein handwerkliches Wissen aus der Tischlerlehre kommt ihm dabei aber sehr zu Gute. Bei größeren Vorhaben, wie das Reinigen der Dachrinnen, ruft er auch zu Gemeinschaftsaktionen auf. In Spezialfällen kontaktiert er Fachleute wie Elektriker, damit alles auch ordentlich und sicher umgesetzt wird. Sein Verantwortungsbereich umfasst die Infrastruktur aller Flächen. Ist etwas in den Räumen der einzelnen Projekte kaputt, repariert er es oder hilft mit Ersatzteilen aus dem Bestand der Hausmeisterei aus.

Nur zu gerne hätte Lukas eine Art Recycling-/Baustoffmarkt in der Alten Mu, um Dinge möglichst nachhaltig und lange zu nutzen. „Ich will in Zukunft auch gern mit Jugendprojekten die Alte Mu weiter verschönern“, so Lukas, der auch eine Ausbildung zum Erzieher gemacht hat. Die Alte Mu ist als Gemeinschaftsort gedacht. Wer Interesse hat, kann sich hier direkt einbringen, mitmachen und Nachhaltigkeit richtig leben. Und das geht auch auf künstlerische Weise, denn der Tausendsassa Lukas ist auch als Upcyclingkünstler aktiv und wird seine Upcycling-Kunst demnächst unter anderem im Siebeneck ausstellen.

Wer etwas Kaputtes in der Alten Mu findet oder Fragen hat, kann sich immer gerne an Lukas wenden. Er ist erreichbar unter der Mailadresse hausmeister@altemu.de oder zu den Sprechzeiten (mittwochs 8-13 Uhr und donnerstags 11 bis 16 Uhr) auf dem Gelände unterwegs.